1. Newsletter Schängel*innen gegen Rechts, Juni 2020

Liebe Mitglieder,

liebe interessierte Menschen,

liebe Aktivist*innen,

seit fast sieben Monaten ist der Verein Schängel*innen gegen Rechts in und um Koblenz herum aktiv. Zeit ein kleines Resümee zu ziehen und die verschiedenen Aktionen noch einmal Revue passieren zu lassen.

Direkt zwei Wochen nach unserer Gründung beteiligten wir uns, am 29.11.2020 am globalen Klimastreik, der von Fridays for Future (FfF) Koblenz organisiert wurde. Wir können in den letzten Monaten auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der ortsansässigen FfF Gruppe zurückblicken. Am ersten Dezemberwochenende 2019, vertrat uns Rike in Braunschweig bei den Protesten gegen den AfD Bundesparteitag. Am 08.12.2019 trafen wir uns das erste Mal zum Vorstandstreffen im Freiraum, hier planten wir Aktionen für das kommende Jahr.

Unser neues Jahr begann turbulent, am 24.01.2020 meldete sich die Gruppe Fridays gegen Altersarmut an. Leider wurde dieses eigentlich wichtige Thema von vornehmlich Menschen mit rechtem Gedankengut instrumentalisiert, so auch in Koblenz. Der Anmelder der Veranstaltung vor dem Löhr-Center, teilte auf Facebook eindeutig rechte Propaganda. Da wir rechtem Gedankengut nicht einfach so unsere Stadt überlassen, meldeten wir eine Gegenveranstaltung am Löhrrondell an. Hier bauten wir unseren Pavillion auf und informierten über nachhaltige Rentenprogramme. Auch einige Redebeiträge wurden gehalten, die andere Seite hingegen stand meist stumm, etwa eine Stunde, herum und löste sich dann nach und nach auf.

Ende Februar erschütterte ein rechter Anschlag ganz Deutschland. In Hanau mussten am 19.02 zehn Menschen ihr Leben lassen.

Sie wurden ermordet!

Der Täter, ein Rechter, suchte sich seine Opfer nach ihrem Aussehen aus, nicht ‘deutsch‘ genug sahen diese Menschen für ihn aus. Selbstverständlich beteiligten wir uns an der vom DGB organisierten Mahnwache zwei Tage später. Eine Woche später fand dann schon die erste Mitgliederversammlung 2020 statt.

Nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Mitglieder*innen, Antifaschist*innen und Aktivist*innen. Ohne euch wäre unsere Arbeit nicht möglich und die Welt ein schlechterer Ort.

Am 07.03. beteiligten wir uns an der #YOUTHFORFUTURE Demonstration am Zentralplatz, hierbei ging es um die menschenverachtende und tödliche Außenpolitik der EU, ebenso beteiligten wir uns an der Demonstration zum 08. März, dem Frauenkampftag.

Fünf Tage nach dieser letzten Veranstaltung machte Corona uns einen Strich durch die Rechnung und zum Schutze aller Menschen wurden Veranstaltungen abgesagt, Geschäfte geschlossen und das gesellschaftliche Leben kam zum Erliegen. Während dieser Zeit traf sich der Vorstand regelmäßig zu Video- und Telefonkonferenz, denn leider rief die Pandemie eine eher verstecke Form des rechten Gedankengut (erneut) auf den Schirm: Verschwörungsmythen und ihre „Erzähler*innen“. Eine federführende Rolle spiet dabei Sabine Jahn. Versammlungsleiterin, bei allen folgenden, angemeldeten Versammlungen, Initiatorin von „Koblenz: Im Dialog“ und bekannte Verschwörungserzählerin gegen die seit vier Jahren  demonstriert wird. Auf Ihren Veranstaltungen werden Rassismus, Verschwörungsmythen, Hetze gegen Minderheiten und falsche Informationen gestreut. In Koblenz hat sie in vielen Lokalitäten Hausverbot und findet nur noch schwer neue Veranstaltungsorte. Jede neue „Bewegung“ in Koblenz wird von ihr aufgegriffen und als Plattform für ihre Inhalte genutzt. In der Vergangenheit hatten wir da „Aufstehen“, „Gelbwesten“ und jetzt die neue rechte Partei „Widerstand2020“ und die „Corona-Rebellen“. Diese wurden von ihr selbst zum Glück „gegen die Wand gefahren“ und ist nicht mehr aktiv. Für Ihren „Bürgerdialog“ „Koblenz: im Dialog“, bei dem es weder im Koblenz, noch um Dialog geht – werden allerdings immer wieder Räume gesucht. Auf den Veranstaltungen unter Jahn, wurden mehrere Anzeigen erstattet. Unter anderem gegen einen Menschen der einen gelben Davidstern, mit der Aufschrift, nicht geimpft trug. Dass hierbei die Shoa verharmlost wird, ist offensichtlich. Auch hielten sich die Besucher*innen der Veranstaltungen nicht an die Coronaverordnungen und an die Versammlungsauflagen. Mitte Mai wurde Sabine Jahn verboten eine ihrer Versammlungen weiterhin abzuhalten. Ein Erfolg für uns! Selbstverständlich beteiligten wir uns an jeder vergangenen Gegenveranstaltung zu diesen Corona-Rebellen-Demos. Vorstandsmitglieder*innen meldeten eigene Versammlungen an.

Die jüngsten Ereignisse in den USA beschäftigen uns natürlich auch: Wir möchten People of Colour Gehör schenken. Systematischer Rassismus ist kein amerikanisches Problem, ganz im Gegenteil. Wir beteiligen uns an den Planungen zum Thema Black Life Matters. Aber hierbei müssen wir uns in Zurückhaltung üben und betroffenen Menschen eine Plattform bieten. Wir versuchen genau das: zuhören und verstehen. Das Verstehen fällt uns noch schwer, da es doch so unbegreiflich ist. Aber klar ist: So geht es nicht weiter! Keiner dieser Menschen hätte sterben dürfen, keinen dieser Menschen können wir zurückholen. Aber wir können aktiv werden und Seite an Seite kämpfen, damit wir Opfern von Rassismus endlich wirksam zur Seite stehen und helfen.

Hinter den Kulissen läuft die Arbeit weiter, bei regelmäßigen Vorstandstreffen und Planungen. Momentan überlegen wir, wie und ob wir eine Open-Air-Mitgliederversammlung einberufen. Unsere sozialen Medien werden weiterhin mit Informationen gefüttert, wir behalten alle Veränderungen um die Corona-Rebellen im Auge und bleiben handlungsbereit.

Wer uns weiter unterstützen möchte: Am Mittwoch kam die erste ‚Rechnung‘  um den Verein solide finanziell aufzustellen. Jedes weiter Mitglied was Sie und Ihr für den Verein werbt, hilft dabei, das Ziel zu erreichen, antifaschistische Arbeit/ Bildung für Koblenz durchzuführen.  Wir danken allen Menschen für die Unterstützung, und sei sie noch so klein, sie ist ein riesen Beitrag, auf dem Weg in ein besseres Koblenz für uns alle. Bitte bleiben Sie, bleibt Ihr, alle gesund, antifaschistisch und solidarisch.

Unsere Gedanken sind im Moment bei allen Opfern von Rassismus, rassistischer Gewalt und selbstverständlich auch bei den Menschen die Opfer von anderer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit werden. Ihr seid nicht alleine. Wir sind bei euch.

 

Euer Vorstand